Gastbeiträge

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Wenn der Freund zum Feind wird

An den Alkohol

 

Du wirst mich scheinbar vermissen. Ich habe Dich lange vermisst, seit vielen Tagen hatten wir nichts mehr miteinander zu tun. Ich möchte mich dafür auch nicht entschuldigen. Denn ich habe schon lange vorher erkannt, wie hinterhältig und trügerisch du in Wirklichkeit bist. Dabei gab es ja Zeiten, wo wir täglich miteinander zu tun hatten. Ich war sogar davon überzeugt, einen treuen Begleiter gefunden zu haben, der mir viele Sorgen und Probleme abgenommen hat und wir auch manchmal schöne Dinge erlebt haben.

 

Allerdings hast Du Dein Versprechen nicht gehalten und deshalb habe ich mich am 8.Mai 2018 von Dir verabschiedet und mich selbst befreit.

Ich denke noch oft an Zeiten, wo ich durch Deine Freundschaft viel lockerer und gelassener wurde. Auch konnte ich viel lustiger sein und sogar, wenn ich traurig war, stets hast Du mich an den skurrilsten Orten angelächelt, selbst dort, wo ich mit Dir oft nie gerechnet hätte. Aber diese Zeiten sind schon lange her.

Es kam nämlich der Tag, an dem ich anfing Dich zu hassen. Wir hatten schonmal ne richtige Krise, ich denke, Du weißt, wovon ich spreche. Als meine Tochter unterwegs war und ich mir meine Familie aufbauen wollte.

Da habe ich mehr an meine Tochter gedacht als an Dich und Du? Du hast ihren Vater überzeugen können, bis sie und ich ihm egal waren und er nur noch Zeit für Dich hatte.

Auch damals hast Du Dich wieder kräftig bei mir eingekratzt und wieder habe ich Dir geglaubt. Du hast mich vereinnahmt, mich überhaupt nicht mehr in Ruhe gelassen, Du warst ein Stalker und elendiger Heuchler. Ich war Dir hörig und konnte mich nicht einmal für meine Tochter oder andere Dinge begeistern. Ja, Du hast ich mit Deinem Verhalten krank gemacht. Ich habe Dein fieses verlogenes Gesicht entlarvt. Überleg doch selbst einmal, was für eine Macht Du über mich hattest. Ein elendiger, seelenfressender Dämon, der mir meinen Verstand, mein eigenes ICH und fast meine Seele geraubt hätte. Warum hast Du mich so böse werden lassen, während ich nie von Dir genug haben konnte?

Man könnte Dich mit dem Teufel vergleichen, wie die Schlange damals bei Adam und Eva. Du versprichst erst den Himmel und am Ende ist man mit Dir gemeinsam in der Hölle.

Wie viele Menschen Du in den Tod getrieben hast, wie viele Ehen und Familien Du zerstört hast, wie viel Verzweiflung und Tobsucht Du allein ausgelöst hast…

Ja! Ich hasse Dich!

 

Meine eigene Familie, auch da warst Du beteiligt, sie zu zerstören. Ich habe mich von meiner Familie wegen Dir trennen müssen, denn auch dort hast du alle weiterhin im Griff.

Du versuchst mit meinen Eltern das gleiche Spiel zu spielen. Von Fröhlichkeit ist bei beiden nichts mehr zu merken. Und das nicht allein deshalb, dass ich nicht mehr da bin.

Nein, weil Du der Hauptgrund bist, Deine Versprechen nicht hältst und Menschen in tiefste Depressionen und manchmal sogar in den Selbstmord treibt. Weil ich mit Dir nichts mehr zu tun haben will, machst Du fleißig weiter bei meiner Familie, Freunden und Bekannten.

Nur zu, aber ohne mich! Ich kann nur hoffen, dass Viele auch aufwachen und Dir auf Ewigkeit den Rücken kehren. Denn ohne Dich geht’s mir viel besser, ich sehe besser aus und besonders gesundheitlich geht’s mir wieder gut. Ich habe keine Zwänge mehr und kann ganz allein durch die Welt spazieren und dabei vermisse ich dich noch nicht einmal. Ich werde wieder arbeiten gehen können, Spaß und Freude am Leben haben. Ich werde mir richtige Freunde suchen, vielleicht sogar welche, die Dich genauso ablehnen, wie ich und wir gemeinsam einen Werbeslogan gegen Dich entwerfen, um andere vor Deiner list und Lüge zu warnen.

 

Ich vermisse Dich nicht mehr. Ich brauche Dich nicht mehr und Du brauchst auch gar nicht versuchen, mich vom Gegenteil zu überzeugen oder sogar denken, dass ich nochmal auf Dich reinfalle.

NEIN! Ich werde Dich dann auslachen und Dir die Tür vor der Nase zu knallen, solltest Du es wagen, Dich nochmal bei mir zu melden.

Ich habe zwar 20 Jahre meines Lebens mit Dir verbracht, werde aber hoffentlich viel mehr Jahre ohne dich verbringen.

Ich grüße Dich nicht mehr, sondern gehe stur an Dir vorbei. Solltest Du mir entgegenkommen, wechsele ich die Straßenseite. Solltest Du als Geschenk auf meinem Tisch stehen, fliegt der Schenkende mit Dir gemeinsam aus meiner Wohnung. Wirst Du mir angeboten, werde ich lächelnd ablehnen. Solltest Du Verführung, in welcher Form auch immer unternehmen, werde ich stärker sein als Du!

WIR WERDEN UNS NICHT MEHR WIEDERSEHEN!

 

Juliane von Glowacki                              Rostock, 04.10.2018